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Was sagen Display-Messdaten aus und wie werden sie erhoben?

    Suchen Sie ein neues Notebook, so lesen Sie vermutlich neben den Angaben des Herstellers auch die Meinung über das Produkt auf Blogs und Test-Webseiten.

    Die Hersteller werben unter anderem mit Daten und Messwerten zum verbauten Display. Blogger übernehmen gemeinhin diese Daten, während größere Test-Webseiten die Infrastruktur für eigene Messungen haben. Die aussagekräftigsten Messdaten betreffen dabei Displayhelligkeit, Farbraumabdeckung und Kontrast.

    Was sagen diese Messwerte aus und wie werden sie erhoben?

     

    Displayhelligkeit

    Zunächst einmal zu den Fachbegriffen, die Ihnen in diesem Zusammenhang begegnen können.

    Die Displayhelligkeit wird in Candela angegeben. Da der Begriff Candela lateinisch für Kerze steht, ist deren Lichtstärke 1 cd/m2. Im englischsprachigen Raum, vor allem in den USA, wird dafür auch die Bezeichnung Nit verwendet. Beides sind Einheiten für die Leuchtdichte. Ein Nit ist dabei äquivalent zu einem Candela pro Quadratmeter.

    In deutschen Landen steht dann häufig eine Angabe wie "Displayhelligkeit von rund 300 cd/m2", also 300 Candela pro Quadratmeter. Das ist für ein Laptop-Display ein guter Wert, der für Innenräume völlig ausreicht und auch eine Outdoor-Tauglichkeit im Schatten ermöglicht.

    Ist Ihnen eine Nutzung unter freiem Himmel auch bei höherer Umgebungshelligkeit wichtig, sollten Werte von 400 cd/m2 und höher anvisiert werden; Niedriger als 250 cd/m2 sollten Sie in keinem Fall gehen.

     

    Farbraum

    Ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang auftaucht, ist der Farbraum und dessen Abdeckung. Wie wird also ein Farbraum definiert? Je nach Umfang des Farbspektrums gibt es unterschiedliche Farbraumdefinitionen. Dabei ist sRGB neben AdobeRGB und NTSC einer der Standard-Farbräume. Der Begriff betrifft aber nicht nur die hier behandelten LCD-Monitore, sondern neben Fernsehern und Digitalkameras auch Scanner und Drucker, die alle ihre eigenen Farbraumdefinitionen haben.

    Als guter, gehobener Display-Standard hat sich eine ungefähr 90 bis 95-prozentige sRGB-Abdeckung etabliert. Diese Farbdarstellung ist nicht nur für alle alltäglichen Aufgaben sowie für Multimedianutzung, Spiele und Filme sehr gut geeignet; Selbst semi-professionelle Bildbearbeitung ist hier absolut möglich.

    Für höhere Ansprüche an eine möglichst farbgetreue Darstellung empfehlen wir aber ein Display, das idealerweise den größeren AdobeRGB Farbraum vollständig abdeckt, wie z.B. das optionale 4K AMOLED Display in unserem TUXEDO Book XP15.

     

    Kontrast

    Als dritter Begriff kommt der Kontrast, auch als Farbtiefe bezeichnet ins Spiel. Damit wird der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt eines Bildes auf einem Monitor definiert. Der Kontrastumfang wird dabei beispielsweise als 1000:1 angegeben. Das bedeutet in diesem Fall, dass das Display einen weißen Bildpunkt 1000-mal heller darstellen kann als einen schwarzen. Beim Kontrast gilt: je höher, desto besser. Gute Kontrastwerte beginnen bei 700:1.

     

    Wie kommen die Messwerte bei TUXEDO zustande?

    Nicht selten erreichen uns Anfragen, warum Gerät A eine etwas höhere Farbraumabdeckung aufweist, als Gerät B. Oder warum in einem redaktionellen Testbericht sogar eine höhere Displayhelligkeit gemessen wurde, als auf unserer Produktseite angegeben ist.

    Bei TUXEDO Computers vermessen wir grundsätzlich die Displays unserer Notebook-Modelle in den folgenden 5 Disziplinen:

    • sRGB Coverage after calibration
    • AdobeRGB Coverage after calibration
    • DCI-P3  Coverage after calibration
    • Brightness (cd/m²)
    • Contrast (1:x)

    Dennoch erfolgen diese Messungen exemplarisch pro eingesetztem Displaymodell. Produktions- und Messungs-bedingt (je nach Messgerät) unterliegen diese Werte gewissen Schwankungen und variieren von Panel zu Panel. Vermessen Sie 10 Display-Panels, erhalten Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit 10 (geringfügig) abweichende Werte zu Helligkeit, Kontrast und Farbraumabdeckung.

    Aus technischer Sicht ist daher die Angabe von Messwerten nicht absolut präzise möglich. Das bedeutet insofern aber auch, dass zwischen 92 % und 100 % sRGB nicht nur kein sichtbarer Unterschied vorliegt, sondern selbst messtechnisch dies sich im Bereich der Produktions- und Messtoleranz befindet.

     

    Fazit

    Ein Blick in die technischen Spezifikationen lohnt sich, stellt aber nur eine weitgehende Annäherung der zu erwartenden Displayqualität dar:

    Eine Helligkeit von rund 300 cd/m2 ist für (helle) Innenräume zu empfehlen; Bildschirme mit unter 250 cd/m2 bieten wir daher aus Prinzip nicht in unseren Notebooks an.

    Nutzen Sie Ihr Notebook nur für E-Mail, Internet und Office-Aufgaben ist bereits eine Farbraumabdeckung von rund 65 % sRGB ausreichend, wenngleich nicht besonders farbkräftig. Soll der Notebookbildschirm hingegen für Filme, Spiele und Foto-/Videobearbeitung zum Einsatz kommen, ist eine mindestens 90-prozentige sRGB-Abdeckung Pflicht! Auch ein hoher Kontrast von mind. 800:1 ist hier zu empfehlen, damit schwarze Bildschirminhalte ausreichend kräftig und dunkel dargestellt werden.

    Erst bei sehr hohen Ansprüchen an die Farbtreue, sind Bildschirmmodelle mit 100% AdobeRGB Farbdarstellung zu empfehlen, die allerdings seltener und und deutlich hochpreisiger sind.