Hallo TUXEDO-Fans und Open-Source-Enthusiasten!
Wer schon einige Jahre Linux-Erfahrung hat, erinnert sich, wie kompliziert es früher war, die neuesten Programmversionen zu installieren. Schön wäre es gewesen, wenn das einfache Kompilieren des Quellcodes genügt hätte. Meist musste man jedoch zusätzlich eine ganze Reihe an Bibliotheken nachinstallieren – oft ebenfalls selbst kompilieren –, sobald die Distribution nicht die aktuellen Versionen bereitstellte. Das führte zur gefürchteten „Abhängigkeiten-Hölle“ (Dependency Hell).
Heute gehören solche Probleme dank Image-Formaten wie Ubuntus Snap, AppImage und besonders Flatpak der Vergangenheit an. Anwendungen lassen sich per Mausklick installieren und werden automatisch im Hintergrund aktualisiert. Auch Entwickler profitieren: Flatpaks sind distributionsunabhängig, müssen nicht für jede Linux-Variante angepasst werden und laufen in einer Sandbox, die das System schützt – anders als AppImages, die vollen Zugriff auf das System haben.
Im Jahresrückblick auf 2025 meldet das Flathub App-Repository fast 440 Millionen Downloads, eine Steigerung von über 20 Prozent gegenüber 2024. Die Zahl der verfügbaren Apps wuchs um 446 auf insgesamt 3.249. Insgesamt wurden 2025 727 Millionen Updates über Flathub durchgeführt. Spitzenreiter der Download-Liste waren Firefox (2,7 Millionen), Chrome (2,4 Millionen) und Discord (2,1 Millionen). Bei den Spielen dominierten Sober, Minecraft und Space Cadet Pinball – ja, genau das klassische Pinball aus Windows-95-Zeiten.
Auch in TUXEDO OS ist der Zugriff auf Flathub direkt integriert. Öffnen Sie dazu einfach die Discover-Softwareverwaltung: Ein Icon zeigt die Quelle jedes Treffers an, und ein Klick genügt, um das Programm sofort zu installieren. Im Rahmen von TWIX stellen wir Ihnen regelmäßig Programme vor, die sich ausschließlich auf diesem Weg komfortabel installieren lassen. In diesem Sinne: Wir sind gespannt, was das Open-Source-Universum uns dieses Jahr bietet.
Viel Spaß beim Lesen,
Das TUXEDO OS Team
Hinweis: Wir möchten Sie mit der TWIX-Reihe über die neuesten Entwicklungen in TUXEDO OS auf dem Laufenden halten und Ihnen spannende Anwendungen sowie praktische Tipps rund um den KDE-Desktop und TUXEDO OS vorstellen. Doch diese Rubrik soll keine Einbahnstraße sein: Ihre Hinweise, Ideen und Verbesserungsvorschläge sind herzlich willkommen! Dafür haben wir auf Reddit einen Thread eingerichtet, über den Sie uns direkt erreichen können.
Updates in TUXEDO OS
tuxedo-control-center 2.1.22
[Neu] Gemini Gen4 Intel Quirk: CPU-EPP-Leistung statt des Standardwerts balance_performance nutzen
[Neu] Erkennung der GPU-Hybridgrafik-Auswahl für InfinityBook Max Gen10 AMD
[Fix] Workaround für die Profilerstellung, wenn intel_pstate no_turbo nicht verfügbar ist (Gemini Gen4 Intel)
[Fix] Mindest- und Maximalfrequenz über alle Kerne verwenden, statt nur Kern 0 als Referenz
tuxedo-board-nh5xax 1.0.0
Board-Metapaket für XA15 Gen10
tuxedo-repository 1.0.0
Fügt Key und die Repoeinträge für deb.tuxedocomputers.com bzw. rpm.tuxedocomputers.com hinzu (TUXEDO OS, Debian, Ubuntu, Fedora, SUSE)
Ersetzt das Paket tuxedo-archive-keyring
KDE-App der Woche: Marknote – Notizen in Markdown festhalten
Notizen helfen uns im oft hektischen Alltag, Gedanken und Informationen für später zu sichern. Mit Marknote stellen wir Ihnen diese KDE-App vor, die sowohl auf Desktop- als auch auf mobilen Geräten einsetzbar ist.
Marknote ist eine einfache WYSIWYG-Notiz-App von KDE, die Text in Markdown erstellt und in frei organisierbaren Notizbüchern verwaltet. Alle Notizen werden als editierbare Markdown-Dateien im Dokumente-Ordner gespeichert, sodass sie sich nahtlos in KDE Plasma und Plasma Mobile integrieren.
Die noch junge Anwendung wurde 2024 erstmals von KDE-Entwickler Mathis Brüchert vorgestellt und mit dem Kirigami-Framework entwickelt. Marknote unterstützt Formatierungen wie Fett, Kursiv, Unterstrichen und Durchgestrichen, Überschriften, Listen, Tabellen, Bilder, Aufgabenlisten sowie einfache Skizzen.
Marknote ermöglicht das schnelle Erstellen und Verwalten von Markdown-Notizen in Notizbüchern, die sich farblich und mit Icons anpassen lassen und so gut in KDE Plasma integrieren.
Notizbücher lassen sich individuell mit Icons und Akzentfarben gestalten. Zusätzlich stehen Undo- und Redo-Funktionen, anklickbare Links sowie wählbare Schriftarten und Themes zur Verfügung. Inhalte lassen sich als PDF, HTML oder ODT exportieren. Importieren können Sie unter anderem Notizen aus KNotes oder Verzeichnissen im Maildir-Format .
Installation
Marknote ist in TUXEDO OS nicht vorinstalliert, steht jedoch im Software-Shop Discover als Debian-Paket oder Flatpak zur Verfügung. Alternativ können Sie es per Konsole installieren:
sudo apt update && sudo apt install marknote
Die aktuelle Version ist 1.3. Auf dem Desktop können Sie die Breite von Notizliste und Editor flexibel anpassen. Auf Mobilgeräten lässt sich die Editor-Toolbar bei Bedarf ausblenden, sodass Formatierungsoptionen nur einen Fingertipp entfernt bleiben.
Info: Sie interessieren sich für die Entwicklung von KDE Plasma und möchten wissen, welche neuen Funktionen in Planung sind und welche Programme kürzlich aktualisiert wurden? Einen ausführlichen Überblick finden Sie in der wöchentlich erscheinenden Kolumne This week in Plasma von KDE-Entwickler Nate Graham.
TUXEDO OS Tipps & Tricks: Besseres Tiling mit dem Mouse Tiler
Es ist ein wenig paradox: Egal wie groß der Monitor ist, irgendwie gibt es nie ausreichend Platz, um Anwendungsfenster sinnvoll auf dem Bildschirm anzuordnen. Besonders dann, wenn Sie mit vielen Anwendungen gleichzeitig jonglieren. Um gerade auf größeren Displays etwas Ordnung zu schaffen, bringt der KDE-Plasma-Desktop von TUXEDO OS bereits eine einfache Tiling-Funktion mit.
Ziehen Sie ein Fenster an den linken oder rechten Bildschirmrand, wird es jeweils auf einer Hälfte des Desktops angedockt. Nach oben geschoben, maximiert es sich automatisch. Ziehen Sie ein Fenster in eine der vier Bildschirmecken, wird es auf ein Viertel der Bildschirmfläche ausgerichtet. So lässt sich bequem mit mehreren Anwendungen gleichzeitig arbeiten – etwa mit einem Browser auf der linken Seite, während sich rechts ein Editor und ein Terminal den Platz teilen.
Next-Level-Tiling mit dem Mouse Tiler für KDE
Wer mehr Möglichkeiten zur Fensteranordnung sucht, greift häufig zu speziellen Tiling-Fenstermanagern wie Hyprland , Sway oder Niri . Diese erfordern jedoch meist umfangreiche Konfigurationsarbeit und unterscheiden sich deutlich vom gewohnten Workflow einer klassischen Desktop-Umgebung. Wer lieber beim vertrauten KDE-Desktop bleiben, aber dennoch mehr Tiling-Funktionen nutzen möchte, sollte sich das KWin-Skript Mouse Tiler ansehen.
Die Tiling-Funktionen von KDE Plasma im Vergleich zum Mouse Tiler: Das KWin-Skript zeigt ein Pop-up, über das sich Fenster präzise auf einem Raster anordnen und anpassen lassen.
Die Erweiterung installieren Sie über die Systemverwaltung unter Fensterverwaltung » KWin-Skripte . Klicken Sie dort rechts oben auf Neue holen… , suchen Sie nach „Mouse Tiler“ und installieren Sie das Skript. Anschließend aktivieren Sie den Mouse Tiler in der Liste der installierten Skripte und bestätigen mit Anwenden . Auf den ersten Blick verändert sich nichts. Sobald Sie jedoch ein Fenster an der Titelleiste bewegen, erscheint ein zusätzliches Overlay mit verschiedenen Optionen zur Anordnung des Fensters.
Das KWin-Skript Mouse Tiler installieren Sie bequem über den in der Systemverwaltung integrierten Skript-Manager für KWin-Erweiterungen, ohne zusätzliche Pakete manuell nachladen zu müssen.
Nach der Installation aktivieren Sie das Mouse-Tiler-Skript direkt in der Systemverwaltung, damit die zusätzlichen Tiling-Funktionen im KDE-Desktop zur Verfügung stehen.
Die umfangreichen Einstellungen des Mouse Tilers erlauben eine detaillierte Anpassung des Skripts an den eigenen Workflow, etwa für Layouts, Anzeigeoptionen und Eingabemethoden.
Der Mouse Tiler in Aktion: Sobald Sie ein Fenster an der Titelleiste bewegen, erscheint ein Overlay, mit dem sich das Fenster präzise auf dem Bildschirm anordnen lässt.
Damit Sie den Mouse Tiler auch per Tastatur steuern können, öffnen Sie die Einstellungen über das Symbol mit den Schiebereglern und wechseln im Konfigurationsdialog in den Reiter Shortcuts . Dort finden Sie Hinweise zur Einrichtung der Tastenkürzel, die aktuell noch nicht automatisch angelegt werden. Öffnen Sie dazu die Systemeinstellungen unter Tastatur » Kurzbefehle » Fensterverwaltung und suchen Sie nach „Mouse Tiler“. Legen Sie anschließend folgende Tastenkombinationen fest:
Mouse Tiler: Change Mode : [Meta] + [Strg] + [Leertaste]
Mouse Tiler: Show All / Toggle Span : [Strg] + [Leertaste]
Mouse Tiler: Show Config : [Strg] + [.]
Mouse Tiler: Toggle Input Type : [Strg] + [Alt] + [I]
Mouse Tiler: Toggle Visibility : [Meta] + [Leertaste]
Zur Steuerung des Mouse Tilers per Tastatur müssen die gewünschten Tastenkürzel aktuell noch manuell in der Systemverwaltung unter den Fensterverwaltungs-Kurzbefehlen angelegt werden.
Der Entwickler des Mouse Tilers arbeitet mit Remember Window Positions zudem an einem weiteren KWin-Skript. Dieses speichert die Positionen von Anwendungsfenstern beim Beenden eines Programms oder beim Herunterfahren des Rechners und stellt sie beim nächsten Start wieder her – inklusive der Zuordnung zu virtuellen Desktops. In Kombination mit dem Mouse Tiler entsteht so ein sehr effizienter Workflow: Anwendungen haben ihren festen Platz und lassen sich schnell wiederfinden.
Sicherheits-Updates Ubuntu
Die hier aufgeführten Sicherheits-Updates von Ubuntu fließen direkt in TUXEDO OS ein:
USN-7950–1: Tornado-Sicherheitslücken : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in Tornado behoben.
IDs: CVE-2025–67725, CVE-2025–67726, CVE-2025–67724
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS
USN-7949–1: Sodium-Sicherheitslücke : Sodium könnte dazu gebracht werden, sensible Informationen preiszugeben.
IDs: CVE-2025–69277
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-7948–1: GPSd-Sicherheitslücken : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in GPSd behoben.
IDs: CVE-2025–67268, CVE-2025–67269
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-7946–1: GnuPG-Sicherheitslücke : GnuPG könnte zum Absturz gebracht oder zur Ausführung von Programmen veranlasst werden, wenn speziell präparierter Netzwerkverkehr verarbeitet wird.
IDs: CVE-2025–68973
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS
USN-7047–1: libvirt-Sicherheitslücken : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in libvirt behoben.
IDs: CVE-2025–13193, CVE-2025–12748
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-7945–1: Libxslt-Sicherheitslücke : Libxslt könnte zum Absturz gebracht werden oder undefiniertes Verhalten zeigen, wenn eine speziell präparierte Datei geöffnet wird.
IDs: CVE-2025–7424
Betrifft: Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS, Ubuntu 14.04 LTS
USN-7944–1: Net-SNMP-Sicherheitslücke : Net-SNMP könnte bei Verarbeitung speziell präparierter Eingaben zum Absturz gebracht werden.
IDs: CVE-2025–68615
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS, Ubuntu 14.04 LTS
USN-7943–1: libcaca-Sicherheitslücke : libcaca könnte beim Öffnen einer speziell präparierten Datei zum Absturz gebracht werden.
IDs: CVE-2022–0856
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS, Ubuntu 14.04 LTS
USN-7942–1: GLib-Sicherheitslücken : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in GLib behoben.
IDs: CVE-2025–14087, CVE-2025–3360, CVE-2025–7039 + 2 weitere
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-7941–1: WebKitGTK-Sicherheitslücken : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in WebKitGTK behoben.
IDs: CVE-2025–66287, CVE-2025–43458, CVE-2025–43421 + 1 weitere
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 25.04, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS