Hallo TUXEDO-Fans und Open-Source-Enthusiasten!
Sie haben ein bisschen Kleingeld übrig und wollten schon immer einmal einen eigenen Softwarekonzern besitzen? Einen, der sich auf Open Source und Linux spezialisiert hat – und der obendrein zu den echten Urgesteinen der Szene gehört? Also eine dieser Distributionen, mit denen viele von uns ihre ersten Linux-Schritte gemacht haben, bewaffnet mit dicken Handbüchern und stapelweise Disketten oder CDs?
Dann wäre jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, sich mit SUSE zu beschäftigen. Laut aktuellen Medienberichten steht der ursprünglich in Fürth gegründete und inzwischen in Luxemburg ansässige Linux-Konzern zum Verkauf. Der schwedische Finanzinvestor EQT soll rund sechs Milliarden Euro aufrufen. Verglichen mit den etwa 30 Milliarden, die IBM 2019 für Red Hat bezahlt hat, klingt das fast wie ein Schnäppchen – zumindest, wenn man zufällig ein paar Milliarden auf dem Konto liegen hat.
Nun könnte man einwenden, dass klassische Softwareunternehmen gerade wegen KI etwas unter Druck geraten. Andererseits läuft KI selten auf Luft und Liebe, sondern meist auf einem ziemlich soliden Linux-Unterbau. Ganz aus der Mode gekommen ist das Geschäftsmodell also vermutlich noch nicht. SUSE selbst macht offenbar einen soliden Eindruck: Die Offerte an die Minderheitsaktionäre lag bei 16 Euro je Aktie und bewertete das Unternehmen mit rund 2,72 Milliarden Euro. Kommt der Verkauf in der anvisierten Größenordnung von sechs Milliarden zustande, würde sich der Unternehmenswert in etwa innerhalb von drei Jahren verdoppeln.
Falls Ihr Sparschwein allerdings doch eher in der Größenordnung „Kaffeekasse“ unterwegs ist, bleibt uns allen zum Glück eine andere Option: Linux und Open-Source-Software einfach weiter nutzen, verbessern, entwickeln und verbreiten. Dieses Modell funktioniert schließlich seit Jahrzehnten erstaunlich gut – ganz im Sinne von Spencer Kimball, dem Gründer von GIMP: Keep it free man, keep it free .
Viel Spaß beim Lesen,
Das TUXEDO OS Team
Hinweis: Wir möchten Sie mit der TWIX-Reihe über die neuesten Entwicklungen in TUXEDO OS auf dem Laufenden halten und Ihnen spannende Anwendungen sowie praktische Tipps rund um den KDE-Desktop und TUXEDO OS vorstellen. Doch diese Rubrik soll keine Einbahnstraße sein: Ihre Hinweise, Ideen und Verbesserungsvorschläge sind herzlich willkommen! Dafür haben wir auf Reddit einen Thread eingerichtet, über den Sie uns direkt erreichen können.
Updates in TUXEDO OS
nvidia-driver-assistant 0.23tux5
Aktualisierung auf die neueste, Pascal-kompatible Konfiguration
Ergänzung einer Debian-Pinning-Logik
tuxedo-lutris 0.5.20
tuxedo-common-settings 1.3.9~tux2
Log-Level auf info gesetzt
libreoffice-dialog-hack aus dem postinst-Skript entfernt
kdevelop-python 25.08.1–0ubuntu1~tux1
Fehler behoben, bei dem das Python-Plugin trotz installiertem Paket nicht in der Pluginliste erschien
Paket als Backport gebaut
KDE-App der Woche: Glaxnimate - Schnelle 2D-Animationen
In dieser Woche stellen wir Ihnen das Vektor-Grafik-Tool Glaxnimate vor. Das Projekt ist kürzlich in Version 0.6 erschienen und markiert damit seine erste Veröffentlichung als Teil des KDE-Ökosystems. Der etwas ungewöhnliche Name setzt sich aus dem Spitznamen des Entwicklers Glax und dem englischen Wort animate zusammen – ein Hinweis auf den eigentlichen Schwerpunkt der Anwendung: die Erstellung von 2D-Vektoranimationen.
Was leistet Glaxnimate?
Glaxnimate ist im Kern kein klassischer Vektor-Editor wie Inkscape . Statt statischer Illustrationen stehen hier animierte Grafiken im Mittelpunkt. Das Programm richtet sich an Anwender, die Vektorobjekte über eine Zeitleiste animieren möchten, ähnlich wie in Werkzeugen wie Adobe After Effects oder spezialisierten Lottie-Editoren .
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Lottie-Format. Dabei handelt es sich um ein JSON-basiertes Animationsformat, das von vielen Web- und App-Frameworks unterstützt wird. Lottie-Animationen sind in der Regel deutlich kompakter als Videodateien und lassen sich direkt in Benutzeroberflächen integrieren. Typische Beispiele sind animierte Icons, Ladeindikatoren oder kleine UI-Übergänge.
Funktionsprinzip
Glaxnimate arbeitet ähnlich wie andere Animationsprogramme. Grafische Elemente wie Rechtecke, Kurven oder Texte werden als Vektorobjekte angelegt. Diese Objekte lassen sich anschließend über eine Zeitleiste animieren. Änderungen an Position, Skalierung, Rotation oder Farbe werden als sogenannte Keyframes gespeichert, zwischen denen das Programm automatisch Übergänge berechnet.
Glaxnimate dient der Erstellung von 2D-Vektoranimationen und ist insbesondere auf das Lottie-Format für Web- und App-Oberflächen ausgerichtet.
Typische Funktionen:
Erstellung von Formen, Pfaden und Textobjekten
Keyframe-Animation über eine Timeline
Gruppen und Ebenen zur Organisation komplexerer Szenen
Import und Export von Lottie-Animationen
Export als Video oder Bildsequenz
Integration mit anderen Grafikwerkzeugen über das SVG-Format
Typische Einsatzbereiche
Glaxnimate richtet sich weniger an klassische Illustratoren als an Entwickler und Designer, die leichtgewichtige Animationen für digitale Produkte benötigen. Typische Einsatzbereiche sind:
animierte Icons für Apps
Lade- und Statusanimationen
UI-Micro-Animationen für Webseiten
animierte Illustrationen für Präsentationen
Durch das offene Lottie-Format lassen sich die erzeugten Animationen direkt in Webprojekte oder mobile Anwendungen integrieren.
Bereitstellung
Glaxnimate ist bei TUXEDO OS nicht vorinstalliert, steht aber im Software-Shop Discover als Flatpak zur Verfügung. Da das Projekt inzwischen Teil von KDE ist, dürfte es perspektivisch auch im Rahmen von KDE Gear erscheinen und damit als natives Paket in den Paketquellen vieler Distributionen verfügbar werden.
Info: Sie interessieren sich für die Entwicklung von KDE Plasma und möchten wissen, welche neuen Funktionen in Planung sind und welche Programme kürzlich aktualisiert wurden? Einen ausführlichen Überblick finden Sie in der wöchentlich erscheinenden Kolumne This week in Plasma von KDE-Entwickler Nate Graham.
TUXEDO OS Tipps & Tricks: Smart-Home-Geräte direkt vom Plasma-Desktop steuern
Wenn Sie Ihr Smart Home mit Home Assistant betreiben, können Sie viele Geräte auch direkt vom Linux-Desktop aus steuern. Mit dem Widget Plasma Home Assistant lässt sich Ihr Smart-Home-Server bequem in den Desktop von KDE Plasma integrieren.
Das Widget zeigt ausgewählte Geräte aus Ihrem Home-Assistant-Setup direkt auf dem Desktop oder in einem Panel an. So können Sie beispielsweise Lampen im Büro ein- oder ausschalten, Steckdosen aktivieren oder andere Schalter betätigen – alles mit einem einzigen Klick.
Gerade bei Geräten, die Sie regelmäßig nutzen, wie einen Lichtschalter, ist das deutlich komfortabler, als erst zum Smartphone zu greifen oder die Weboberfläche im Browser zu öffnen. Ihr Smart Home wird damit praktisch zu einem festen Bestandteil Ihres Arbeitsumfelds.
KDE Plasma-Widget für Home Assistant
Die Einrichtung ist schnell erledigt: Installieren Sie zunächst das Paket qml6-module-qtwebsockets über die Paketverwaltung von TUXEDO OS und starten Sie anschließend die Plasma-Shell neu. Die folgenden Kommandos übernehmen die Installation und den Neustart der Shell.
sudo apt install qml6-module-qtwebsockets
systemctl --user restart plasma-plasmashell
Danach laden Sie das Widget aus dem KDE Store herunter und installieren es über den Widget-Dialog von Plasma (Rechtsklick auf das Panel, Miniprogramme hinzufügen oder verwalten… » Neue holen… » Neue Miniprogramme herunterladen , nach „Assistant“ suchen und das Widget Home Assistant installieren).
Installieren Sie das Home-Assistant-Widget direkt aus dem KDE Store, um Ihre Smart-Home-Geräte bequem in den Plasma-Desktop zu integrieren.
Ziehen Sie das Home-Assistant-Widget aus der Miniprogramm-Verwaltung auf den Desktop oder ein Panel, um schnellen Zugriff auf Ihre Geräte zu erhalten.
Smart-Home-Features für KDE Plasma
Im nächsten Schritt ziehen Sie das Widget auf den Desktop oder ein Panel und verbinden es mit Ihrem Home-Assistant-Server. Öffnen Sie dazu die Weboberfläche von Home Assistant, erstellen Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Benutzers ein sogenanntes langlebiges Zugriffstoken und tragen Sie dieses zusammen mit der Server-Adresse in die Widget-Konfiguration ein. Anschließend können Sie beliebige Geräte hinzufügen und beispielsweise einfache Ein-/Aus-Schalter auf Ihrem Desktop platzieren.
In den Einstellungen Ihres Home-Assistant-Servers erzeugen Sie ein langlebiges Zugriffstoken, das für die Verbindung des Widgets erforderlich ist.
Tragen Sie das erzeugte Zugriffstoken sowie die URL Ihres Home-Assistant-Servers in die Widget-Konfiguration ein, um die Geräte zu verbinden.
Fügen Sie nun alle benötigten Schalter oder Sensoren zum Widget hinzu, sodass Sie Licht, Steckdosen und Automationen direkt vom Desktop steuern können.
Auf diese Weise verwandeln Sie Ihren Linux-Desktop in eine kleine Smart-Home-Schaltzentrale – ideal, um Licht, Steckdosen oder andere Automationen schnell vom Desktop aus zu steuern, ohne Ihre aktuelle Arbeit unterbrechen zu müssen.
Tipp: Um dem Listeneintrag ein Icon zuzuweisen, suchen Sie sich aus den Material Design Icons (kurz MDI) das passende Symbol mit seinem Kürzel heraus und tragen es im Format mdi:tag – beispielsweise mdi:lamp oder mdi:printer – in das Feld Icon ein.
Sicherheits-Updates Ubuntu
Die hier aufgeführten Sicherheits-Updates von Ubuntu fließen direkt in TUXEDO OS ein:
USN-8092–1: Sudo vulnerability : Sudo konnte dazu gebracht werden, Programme mit Administratorrechten auszuführen.
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8091–1: util-linux vulnerability : util-linux konnte dazu gebracht werden, Programme mit Administratorrechten auszuführen.
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS
USN-8090–1: OpenSSH vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in OpenSSH behoben.
IDs: CVE-2025–61984, CVE-2026–3497, CVE-2025–61985
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8089–1: Go Networking vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in Go Networking behoben.
IDs: CVE-2022–27664, CVE-2025–47911, CVE-2022–41723 + 3 weitere
Betrifft: Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8088–1: go-git vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in go-git behoben.
IDs: CVE-2025–21613, CVE-2026–25934, CVE-2025–21614 + 2 weitere
Betrifft: Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8087–1: python-cryptography vulnerability : python-cryptography konnte dazu gebracht werden, vertrauliche Informationen über das Netzwerk offenzulegen.
IDs: CVE-2026–26007
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8085–1: .NET vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in .NET behoben.
IDs: CVE-2026–26127, CVE-2026–26130
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8084–1: curl vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in curl behoben.
IDs: CVE-2025–0167, CVE-2026–3784, CVE-2026–3783 + 2 weitere
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8083–1: GeoPandas vulnerability : GeoPandas könnte für SQL-Injection-Angriffe anfällig sein.
IDs: CVE-2025–69662
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8082–1: GIMP vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden in GIMP behoben.
IDs: CVE-2025–6035, CVE-2025–5473
Betrifft: Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS
USN-8059–8: Linux kernel (NVIDIA) vulnerabilities : Mehrere Sicherheitsprobleme wurden im Linux-Kernel behoben.
IDs: CVE-2025–37899, CVE-2025–22037
Betrifft: Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-7968–2: Apache HTTP Server regression : USN-7968–1 führte zu einer Regression in Apache HTTP Server.
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS
USN-8018–2: Python regression : USN-8018–1 führte zu einer Regression in Python.
IDs: CVE-2025–15367, CVE-2026–0865, CVE-2025–15366
Betrifft: Ubuntu 25.10, Ubuntu 24.04 LTS, Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 20.04 LTS, Ubuntu 18.04 LTS, Ubuntu 16.04 LTS, Ubuntu 14.04 LTS