Frau Kloepfer, zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen. Sie haben in der F.A.Z. über Ihren Versuch geschrieben, stärker auf europäische und deutsche Hard- und Software zu setzen: Hier geht es zum Artikel. Dabei haben Sie nicht nur TUXEDO Computers erwähnt, sondern sich auch selbst für ein Gerät von uns entschieden. Darüber möchten wir gerne etwas mehr erfahren.
Der Weg zu TUXEDO Computers
TUXEDO: Wie sind Sie auf TUXEDO Computers aufmerksam geworden? Sie schreiben, dass Ihnen das Unternehmen vor Ihrem Experiment noch nicht bekannt war. Was hat Sie schließlich zu uns geführt?
Inge Kloepfer: Als jemand, der sich in Tech-Belangen überhaupt nicht auskennt, habe ich die KI befragt, wie ich mein geplantes Decoupling organisiere. Ich benutze keine amerikanische KI, sondern das Angebot der französischen Firma Mistral AI, die einzigen Anbieter, die mit der amerikanischen Konkurrenz mithalten können und auch in den USA inzwischen sehr beliebt sind.
Mistral AI hat mir eine private Roadmap entworfen und auf jeder Stufe meines Weges in die Unabhängigkeit verschiedene Produkte angeboten. Es fing mit der Hardware an. TUXEDO war eines der empfohlenen europäischen Unternehmen.
Am 26. Juli erschien der Artikel in der F.A.Z. – die Onlineversion ist noch immer zugänglich.
TUXEDO: Was war Ihr erster Eindruck von TUXEDO Computers – und hat sich dieser Eindruck verändert, als Sie das Gerät tatsächlich in den Händen hielten?
Inge Kloepfer: Ich bin nicht überaus anspruchsvoll. Und schon gar kein Tech-Freak. Eigentlich brauche ich ein Arbeitsgerät, das einen schnellen Arbeitsspeicher hat, eine angenehme Tastatur und einen guten Bildschirm. Natürlich konnte ich keines der Geräte ausprobieren, hatte mich aber vorher telefonisch beraten lassen. Gemeinsam haben wir herausgefunden, was für mich passen könnte.
Dann kam das Gerät, ich habe es schnell installiert und einfach losgelegt. Es war so, als hätte ich nie auf etwas anderem gearbeitet. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich viele Marken schon gehabt habe: von MacBooks über Microsoft-Geräte, Samsung und Acer bis Asus. Es ist für mich wie das Mieten eines Autos: Du musst dich reinsetzen und losfahren können. Genauso ist es mit dem TUXEDO-Computer gewesen. Aufklappen, loslegen, passt.
Es ist für mich wie das Mieten eines Autos: Du musst dich reinsetzen und losfahren können.
TUXEDO: Was waren Ihre wichtigsten Beweggründe, überhaupt ein neues Notebook anzuschaffen? Welche Aspekte haben letztlich den Ausschlag für TUXEDO Computers gegeben?
Inge Kloepfer: In der Regel habe ich zwei Notebooks. Ich bin gut ausgestattet, aber weil ich meinen Decoupling-Versuch konsequent durchziehen wollte, brauchte ich zunächst europäische Hardware. Das war mir die Investition in ein neues Arbeitsgerät wert.
TUXEDO: Hatten Sie vor dem Kauf bestimmte Erwartungen an einen kleineren europäischen Hersteller und an einen Linux-Laptop? Welche dieser Erwartungen wurden erfüllt – und gab es Dinge, die Sie überrascht haben?
Inge Kloepfer: Meine Erwartungen waren die üblichen. Ich bin da nicht über die Gebühr anspruchsvoll. Die Dinge müssen funktionieren, schnell, praktisch, einfach zugänglich sein. So wie ein Auto eben.
Aber was ich toll finde: Ich kann, wenn irgendetwas nicht geht, bei TUXEDO anrufen oder mailen und bekomme sofort eine Antwort. Ich hatte mich zum Beispiel danach erkundigt, ob ich eigens in ein Virenschutzprogramm investieren muss. Die Antwort kam prompt. Das gibt es bei den großen Herstellern so nicht, schon gar nicht bei den amerikanischen.
Ich kann, wenn irgendetwas nicht geht, bei TUXEDO anrufen oder mailen und bekomme sofort eine Antwort.
Erfahrungen mit dem Gerät
TUXEDO: Wie zufrieden sind Sie heute mit Ihrem TUXEDO-Notebook? Gibt es Eigenschaften oder Details, die Ihnen im täglichen Einsatz besonders positiv auffallen?
Inge Kloepfer: Die Tastatur ist für mich genial. Ich bin Autorin und Schriftstellerin und erstelle unentwegt Texte. Und: Der Bildschirm ist sehr gut – sehr hell, dazu matt. Auch großartig. Bei Sonne, wenn ich mal draußen in einem Café oder auf einer Terrasse schreibe, spiegelt nichts.
TUXEDO: Wie haben Sie die Betreuung durch TUXEDO erlebt? Hatten Sie vor dem Kauf Kontakt zu unserem Team, etwa für eine Beratung, oder später mit unserem Support?
Inge Kloepfer: Vor dem Kauf habe ich mich beraten lassen. Ich habe gesagt, wie ich arbeite, daraufhin wurde mir ein Gerät empfohlen, und ich bin zufrieden. Inzwischen habe ich übrigens noch ein zweites gekauft. Es fühlt sich einfach toll an, dass es sich um Geräte eines deutschen Herstellers handelt.
TUXEDO: Wofür nutzen Sie das Notebook im Alltag? Welche Aufgaben erledigen Sie inzwischen damit, und gibt es Bereiche, in denen Sie weiterhin auf andere Systeme zurückgreifen?
Inge Kloepfer: Weitgehend nutze ich das Gerät zum Recherchieren, Schreiben und Kommunizieren. Dazu habe ich ein Smartphone – leider noch amerikanisch. Das werde ich als Nächstes umstellen.
Linux im Alltag
TUXEDO: Wie haben Sie den Wechsel zu Linux erlebt? Was hat im Alltag besser funktioniert als erwartet, und wo mussten Sie sich zunächst umgewöhnen?
Inge Kloepfer: Es gab für mich keine Umgewöhnung, was mich total verblüfft. Die Umstellung auf Linux und LibreOffice ist im Handumdrehen erledigt. Man merkt fast nichts, was mich heute zu der Frage führt, warum ich immer auf amerikanische Office-Programme, amerikanische Betriebssysteme, amerikanische Browser und amerikanische Clouds gesetzt habe.
Aber das machten alle. Verrückt eigentlich.
Es gab für mich keine Umgewöhnung, was mich total verblüfft.
TUXEDO: Was war für Sie die größte Hürde beim Wechsel von den gewohnten Systemen hin zu Linux und anderen offenen beziehungsweise europäischen Alternativen?
Inge Kloepfer: Es gab für mich zwei Hürden:
Die Investition in ein neues Arbeitsgerät.
Die Umstellung auf eine andere Suchmaschine als Google.
Nach Jahren der Gewöhnung an Google hatte ich Sorge, dass ich nichts als gleichwertig empfinden könnte. Nicht so sehr wegen der Ergebnisse, sondern vor allem wegen der Oberfläche, an die ich mich gewöhnt habe. Ich benutze jetzt Ecosia (Browser und Suchmaschine), das Angebot eines Berliner Unternehmens, weil die Oberfläche sehr ähnlich ist. Auch das fühlte sich sofort komplett normal an.
TUXEDO: Wo können freie und europäische Alternativen Ihrer Erfahrung nach heute problemlos mit den etablierten Angeboten mithalten? Und in welchen Bereichen sehen Sie noch deutliche Lücken?
Inge Kloepfer: Ich bin keine Fachfrau, sondern ein simpler User mit einer recht begrenzten Anwendung. Ich schreibe, kommuniziere und recherchiere. Aber damit werde ich für das Gros der Nutzer und Nutzerinnen repräsentativ sein.
Als solche kann ich nur sagen: Inzwischen denke ich nicht, dass auf irgendeiner Stufe des gesamten Spektrums an Tech-Dienstleistungen Europa nicht mithalten kann. Vielleicht ist die KI von Mistral nicht ganz so gut im Coden. Aber dafür hat das LLM gegenüber der amerikanischen Konkurrenz andere Vorteile. Ich frage mich also wirklich, warum ich nicht viel früher auf europäische Alternativen umgestiegen bin.
TUXEDO: Sie haben im Rahmen Ihres Experiments bewusst auf Dienste wie Google und ChatGPT verzichtet. Was haben Sie dabei tatsächlich vermisst – und worauf konnten Sie überraschend gut verzichten?
Inge Kloepfer: Ganz ehrlich: Ich konnte auf alles verzichten. Amerikanische KI habe ich nie benutzt. Mit Mistral AI gibt es eine europäische Alternative, die sehr gut mithalten kann.
Das französische Unternehmen wird von sehr, sehr vielen großen europäischen Konzernen eingesetzt. Aus guten Gründen: Die Daten bleiben in Europa. Und das unter der Berücksichtigung des hohen Datenschutzes.
TUXEDO: Gab es Situationen, in denen Sie bewusst Komfort aufgegeben haben, um mehr Kontrolle über Ihre Daten und Ihre digitale Umgebung zu gewinnen? Wie haben Sie diesen Kompromiss empfunden?
Inge Kloepfer: Ich habe nicht das Gefühl, irgendeinen Kompromiss eingegangen zu sein. Das gilt auch für die Cloud, hier nutze ich derzeit das Angebot von TUXEDO (Nextcloud). Ich werde auf keinen Fall mehr eine amerikanische Cloud benutzen – aus Unabhängigkeits- und Sicherheitsgründen.
Ich werde auf keinen Fall mehr eine amerikanische Cloud benutzen – aus Unabhängigkeits- und Sicherheitsgründen.
TUXEDO: Gab es während Ihrer Arbeit mit Linux oder Ihrem TUXEDO-Notebook einen Moment, der Sie besonders überrascht hat – positiv oder negativ?
Inge Kloepfer: Nein, es fühlt sich alles so an, als hätte ich nie etwas anderes benutzt. Ist das erstaunlich?
Europäische digitale Souveränität
TUXEDO: Was können Unternehmen wie TUXEDO Computers Ihrer Meinung nach konkret leisten, um Europas technologische und digitale Unabhängigkeit voranzubringen?
Inge Kloepfer: Europäische Unabhängigkeit oder Resilienz kann nur entstehen, wenn die Nachfrage nach europäischen Leistungen wächst. Erst dann können Unternehmen skalieren, dann wird Europa auch als Standort für die Produktion von Hochleistungs-Chips interessant. Es geht also darum, den Market Pull intelligent zu organisieren.
Mein Decoupling ist da nur ein infinitesimaler Beitrag, mehr nicht. Aber wenn zum Beispiel die Bundesregierung ihre Software-Verträge mit amerikanischen Unternehmen von 8,35 Milliarden Euro auf europäische Anbieter umstellen würde, wenn Unternehmen ihr nachtäten, der gesamte Mittelstand, das Gros der Privatnutzer ebenso, dann können europäische Unternehmen, die gleichwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten, endlich wachsen und in ganz anderem Maße konkurrieren. Das ist essenziell.
Es sind also nicht die Anbieter, die dem im Wege stehen – die Qualität der internationalen Konkurrenz gibt es hier längst. Es sind die Anwenderinnen und Anwender, die immer bereit sind, ihre Milliarden von Daten über amerikanische Server laufen zu lassen.
In Frankreich sind alle Behörden im ganzen Land inzwischen dazu verpflichtet, bis Ende des Jahres eine Roadmap für ihren Ausstieg aus den amerikanischen Systemen zu erstellen. Rein aus Sicherheitsgründen. Was meinen Sie, was da an Nachfrage auf den europäischen Markt allein von Frankreich kommt?
Europäische Unabhängigkeit oder Resilienz kann nur entstehen, wenn die Nachfrage nach europäischen Leistungen wächst.
TUXEDO: Welche Rolle spielen dabei aus Ihrer Sicht offene Software und Linux? Können sie einen wichtigen Beitrag zu mehr digitaler Souveränität leisten?
Inge Kloepfer: Ja, ich glaube, dass diese Systeme fairer sind, transparenter, effizienter. Wir müssen das nur endlich wahrnehmen.
Am Beispiel der KI kann man das gut erläutern: Warum nutzt das Gros der Privatpersonen und Unternehmen ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic oder Gemini, das von Google angeboten wird? Warum nutzen wir nicht alle Vibe (früher Le Chat) von Mistral AI, einem französischen LLM-Entwickler, der mit Open Source arbeitet? Ist es Bequemlichkeit oder Ignoranz?
Die Frage ist nicht ganz trivial: Wenn wir unsere Daten, indem wir immer nur amerikanische KI benutzen, auf amerikanische Server schicken, dann werden diese Systeme automatisch schneller und besser werden.
Und schließlich: noch ein TUXEDO
TUXEDO: Kurz nach Ihrem ersten Kauf haben Sie sich für ein weiteres Gerät von TUXEDO entschieden. Das freut uns sehr – aber was hat Sie dazu bewogen, erneut zu TUXEDO zu greifen?
Inge Kloepfer: Die Frage habe ich oben schon beantwortet. Weil’s für mich einfach passt. Dazu muss ich an dieser Stelle sagen: Ich habe meine Geräte bezahlt. TUXEDO wusste nicht, dass ich einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über meine Erfahrung schreibe. Und auch für dieses Interview bekomme ich keine Gegenleistung.
TUXEDO: Wenn Sie heute auf Ihr Experiment zurückblicken: Würden Sie den Schritt zu europäischer beziehungsweise offener Hard- und Software wieder gehen? Und was würden Sie anderen Menschen mit auf den Weg geben, die einen ähnlichen Schritt erwägen?
Inge Kloepfer: Es gibt nichts zu bereuen. Es ist total einfach und organisch. Mein Tipp: Einfach machen!
Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen für die Beantwortung unserer Fragen und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg mit den TUXEDO-Geräten!
Foto: Inge Kloepfer
Inge Kloepfer ist eine vielfach preisgekrönte Wirtschaftsjournalistin, Filmautorin und Schriftstellerin. Seit vielen Jahren schreibt sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hat zahlreiche Sachbücher veröffentlicht, darunter Best- und Longseller, zuletzt gemeinsam mit der bekannten Investorin Jeannette zu Fürstenberg das Zukunftsbuch Wie gut wir sind, zeigt sich in Krisenzeiten. Ein Weckruf . Davor legte sie mit Die Zweifel des Homer Spiegelman ihren ersten Roman vor.
Mehr über Inge Kloepfer gibt es auf ihrer Homepage: www.ingekloepfer.com