Hallo TUXEDO-Fans und Open-Source-Enthusiasten!
Am vergangenen Wochenende hat die Moderation von r/opensource, der größten Open-Source-Community auf Reddit, KI-gestützte Projekte mit neuen Regeln ausgesperrt. r/fossdroid zog kurz darauf nach. Der Gegenwind ist heftig: Ob Software frei ist, entscheide die Lizenz, nicht das Werkzeug. Der Linux-Kernel geht derweil den umgekehrten Weg: Die Kennzeichnung von KI-Patches soll entfallen , und Linus Torvalds reicht selbst KI-gestützte Patches ein.
Beide Seiten haben gute Argumente. Sprachmodelle helfen Projekten ohne Nachwuchs und spüren Sicherheitslücken in altem Code auf. Doch irgendjemand muss den erzeugten Code auch lesen, sonst landet die Prüfung bei Ehrenamtlichen. Der Kernel zeigt den Mittelweg: Jeder darf KI nutzen, aber ein Mensch zeichnet jeden Beitrag ab und steht dafür gerade. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern ob jemand seinen Code verstanden hat.
Deutlich handfester geht es im Rest dieser Ausgabe zu. Als KDE-App der Woche stellen wir KGeoTag vor, das Fotos von Kameras ohne GPS-Empfänger nachträglich mit dem Aufnahmeort versieht, etwa anhand einer GPX-Aufzeichnung. Der Tipp der Woche zeigt, wie Plasma die Bildwiederholrate im Akkubetrieb automatisch senkt und so unterwegs Strom spart. Was sich sonst bei TUXEDO OS getan hat, fassen wir in der Update-Übersicht zusammen.
Viel Spaß beim Lesen,
Das TUXEDO OS Team
Hinweis: Mit der TWIX-Reihe halten wir Sie über die neuesten Entwicklungen rund um TUXEDO OS auf dem Laufenden. Darüber hinaus stellen wir Ihnen interessante Anwendungen sowie praktische Tipps und Tricks für den KDE-Desktop und TUXEDO OS vor. Gleichzeitig lebt TWIX von Ihrem Feedback: Wir freuen uns über Anregungen, Themenvorschläge und Verbesserungsideen. Nutzen Sie dafür gerne unseren TWIX-Thread auf Reddit , über den Sie uns direkt erreichen können. Selbstverständlich können Sie uns auch jederzeit über unsere anderen Social-Media-Kanäle kontaktieren.
Updates in TUXEDO OS
firefox 2:159.0~tux1
Gespeicherte Passwörter erscheinen nun standardmäßig in der Seitenleiste. Der Dialog zum Hochladen öffnet den zuletzt für Uploads genutzten Ordner statt des letzten Speicherorts.
Offene Tabs durchsuchen Sie mit Strg +Umschalt +A , Erweiterungen und Themes erreichen Sie dafür nun mit Strg +Umschalt +F . Eigene Kürzel lassen sich unter about:keyboard festlegen.
Unter Wayland lösen sich Tabs beim Anklicken nicht mehr versehentlich in ein neues Fenster, und Seiten mit Kartenansichten belegen auf AMD-Grafik nicht mehr übermäßig viel Speicher. Menüs blenden nicht mehr ein, wenn Animationen im System abgeschaltet sind.
Mehr dazu im Abschnitt zu den Sicherheits-Updates und in den Release Notes zu Firefox 159.0 .
thunderbird 3:153.6.0esr~tux1
TUXEDO Control Center 3.1.2
Neu gebautes Paket ohne inhaltliche Änderungen.
tuxedo-tomte 3.0.6
Tomte richtet den LAN-Treiber tuxedo-yt6801 für Netzwerkchips von Motorcomm nur noch bei Kernel-Versionen unter 7.0 ein. Dafür kann Tomte Regeln nun an die Kernel-Version knüpfen und prüft zusätzlich Metapakete.
Board-Pakete 1.0.1
Sieben Pakete nach dem Muster tuxedo-board-gm7ixxn installieren auf Geräten mit dem jeweiligen Mainboard gezielt den LAN-Treiber tuxedo-yt6801. Wird ein Board-Paket entfernt, lässt sich auch der Treiber mit sudo apt autoremove wieder entfernen.
Weitere Pakete
chromium 156.0.8078.47 und 156.0.8078.73 (Sicherheitsupdates, siehe unten)
Signal 8.33.0, Rocket.Chat Desktop 4.18.5 und 4.19.0, Bitwarden 2026.10.1 und draw.io 32.6.1
Wichtige Sicherheits-Updates
firefox 2:159.0~tux1
Mozilla stuft das Update insgesamt als hoch ein und behebt 167 Lücken: 108 gelten als hoch, 52 als mittel und 7 als niedrig. Darunter sind mehrere Ausbrüche aus der Sandbox und zahlreiche Use-after-free-Fehler. Hinweise auf eine Ausnutzung nennt Mozilla nicht.
Details im Sicherheitshinweis MFSA 2026–118 .
thunderbird 3:153.6.0esr~tux1
Behebt 154 Lücken, 100 davon hoch eingestuft. Fünf betreffen Thunderbird selbst, etwa eine präparierte Nachricht, die beim Antworten den Inhalt anderer Nachrichten übernimmt (CVE-2026–118175). Viele der übrigen Lücken lassen sich laut Mozilla nicht per E-Mail ausnutzen, weil Thunderbird beim Lesen von Nachrichten keine Skripte ausführt.
Details im Sicherheitshinweis MFSA 2026–122 .
chromium 156.0.8078.47 und 156.0.8078.73
Version 156.0.8078.47 behebt 353 Lücken, darunter sechs kritische, etwa Speicherfehler in Skia (CVE-2026–113341) und WebRTC (CVE-2026–113303).
Version 156.0.8078.73 behebt 52 weitere Lücken, davon vier kritische, etwa einen Speicherfehler im Dateisystem-Zugriff (CVE-2026–118306) und einen Use-after-free im Layout (CVE-2026–118344). Hinweise auf eine Ausnutzung nennt Google bei beiden Versionen nicht.
Details im Blog Chrome Releases .
KDE-App der Woche: KGeoTag – Fotos nachträglich mit Standortdaten versehen
Wer im Urlaub oder beim Wandern mit einer Digitalkamera fotografiert, kennt das Problem: Wochen später weiß man oft nicht mehr, wo genau ein Bild entstanden ist. Smartphones speichern den Aufnahmeort automatisch, vielen Digitalkameras fehlt dagegen ein GPS-Empfänger. KGeoTag schließt diese Lücke: Die KDE-Anwendung ergänzt Fotos nachträglich um Koordinaten, sodass Bildverwaltungen die Aufnahmeorte später auf einer Karte anzeigen.
Aufnahmeorte auf der Karte festlegen
Am einfachsten weisen Sie einen Standort über die Karte zu: Nach dem Laden wählen Sie ein oder mehrere Fotos aus und ziehen sie per Drag & Drop an die passende Stelle. Alternativ tragen Sie Koordinaten von Hand ein. Häufig genutzte Orte wie den eigenen Wohnort speichern Sie als Lesezeichen und weisen sie anschließend mit wenigen Klicks zu.
Besonders praktisch ist der Abgleich mit einer GPS-Aufzeichnung. Wer die Strecke unterwegs mit dem Smartphone oder einem GPS-Gerät mitgeschnitten hat, lädt sie als GPX-Datei in KGeoTag. Das Programm vergleicht die Aufnahmezeit jedes Fotos mit den Zeitstempeln der Strecke und ordnet es dem passenden Punkt zu. Gibt es keinen exakten Treffer, berechnet KGeoTag die Position aus den benachbarten Messpunkten.
KGeoTag zeigt links die geladenen Fotos samt Vorschau und rechts die Karte mit dem GPX-Track. Das zugeordnete Foto erscheint als Miniatur auf der Strecke.
Die passende Zeitzone ermittelt KGeoTag aus dem Ort der GPX-Aufzeichnung, auf Wunsch legen Sie sie von Hand fest. Geht die Uhr der Kamera falsch, gleicht das Programm die Abweichung über einen festen Zeitversatz aus. Diesen Versatz kann KGeoTag beim Speichern auch gleich in die Aufnahmezeit der Bilder übernehmen.
Standortdaten dauerhaft speichern
Die Koordinaten schreibt KGeoTag wahlweise direkt in die Exif-Daten der Bilder, in separate XMP-Begleitdateien oder in beide. Mit Begleitdateien bleiben die Originalfotos unverändert. Schreibt das Programm direkt in die Bilder, legt es standardmäßig eine Sicherungskopie mit der Endung .orig an. Die gewünschte Methode wählen Sie in den Einstellungen.
Neben Längen- und Breitengrad ergänzt KGeoTag auch die Höhe. Sie tragen sie von Hand ein oder lassen sie vom Dienst OpenTopoData ermitteln, dafür überträgt KGeoTag die Koordinaten an diesen Dienst. Die gespeicherten Daten lesen anschließend auch andere Bildverwaltungen wie digiKam oder KPhotoAlbum. Neben JPEG unterstützt KGeoTag unter anderem PNG, WebP, TIFF und einige RAW-Formate wie CR2, NEF und DNG.
Neu in KGeoTag 2.0
Version 2.0 erschien am 13. März 2026 und setzt ausschließlich auf Qt 6 und KDE Frameworks 6, die Unterstützung für Qt 5 ist entfallen. Neu ist eine Ortssuche aus Marble , dem Kartenprogramm von KDE: Sie suchen einen Ort per Namen und übernehmen seine Koordinaten. Außerdem öffnet KGeoTag den aktuellen Kartenmittelpunkt über das Kontextmenü der Karte im Webbrowser bei OpenStreetMap oder Google Maps.
Installation
KGeoTag steht unter der GPL und lässt sich unter TUXEDO OS über Discover installieren. Achten Sie dabei auf die Version: Unter TUXEDO OS auf Basis von Ubuntu 24.04 bringt das DEB-Paket noch KGeoTag 1.5.0 mit, die aktuelle Version 2.0.0 erhalten Sie dort als Flatpak von Flathub. TUXEDO OS auf Basis von Debian liefert KGeoTag 2.0.0 bereits als DEB-Paket aus.
Info: Sie interessieren sich für die Entwicklung von KDE Plasma und möchten wissen, welche neuen Funktionen in Planung sind und welche Programme kürzlich aktualisiert wurden? Einen ausführlichen Überblick finden Sie in der wöchentlich erscheinenden Kolumne This week in Plasma von KDE-Entwickler Nate Graham.
TUXEDO OS Tipps & Tricks: Bildwiederholrate im Akkubetrieb automatisch senken
Viele Notebooks, gerade Gaming-Modelle, haben Displays mit 120, 165 oder 240 Hz. Bewegungen wirken darauf flüssiger, doch jedes zusätzliche Bild kostet Strom, weil Grafikchip und Display mehr arbeiten. Am Schreibtisch mit Netzteil spielt das keine Rolle, unterwegs schon. KDE Plasma kann beim Wechsel auf den Akku ein Skript starten, das die Bildwiederholrate senkt und sie am Netzkabel wieder anhebt. TUXEDO OS bringt alles Nötige dafür mit.
Hinweis: Auch das TUXEDO Control Center kennt in seinen Profilen eine Einstellung für die Bildwiederholrate. Sie greift allerdings nur in einer X11-Sitzung, unter Wayland meldet das Control Center „Dieses Feature wird derzeit auf Wayland nicht unterstützt“. Der hier beschriebene Weg über die Energieverwaltung von Plasma funktioniert dagegen unter Wayland, das seit Plasma 6.8 die einzige Sitzung ist.
Passende Modi ermitteln
Welche Kombinationen aus Auflösung und Bildwiederholrate Ihr Display anbietet, verrät das Programm kscreen-doctor im Terminal. Der interne Bildschirm heißt bei Notebooks meist eDP-1 , den aktiven Modus kennzeichnet ein Sternchen:
kscreen-doctor -o
(out)Output: 1 eDP-1 3271c3d7-2653-4b17-b173-e7da1d886641
(out) enabled
(out) connected
(out) Modes: 1:2880x1800@90.00*! 2:1600x1200@59.87 3:1600x1200@89.91 8:2560x1600@59.99 9:2560x1600@89.95
Probieren Sie den gewünschten Akku-Modus zuerst von Hand aus. Nicht jeder Modus aus der Liste funktioniert auch: Auf unserem Testgerät, einem InfinityBook Pro 14 Gen7 mit 90-Hz-Display, wies der Treiber sämtliche 60-Hz-Modi zurück. Wechselt das Bild dagegen sichtbar, notieren Sie sich die Modi für Netz- und Akkubetrieb. Bleiben Sie dabei möglichst bei derselben Auflösung, sonst wirkt die Darstellung unterwegs unschärfer.
kscreen-doctor output.eDP-1.mode.2560x1600@60
(out)kscreen.doctor: Output 1 set mode "2560x1600@60"
(out)applying config failed! Der Treiber hat die Ausgabeeinrichtung zurückgewiesen
Skript anlegen
Legen Sie im Ordner ~/.local/bin mit einem Texteditor wie Kate die Datei bildwiederholrate.sh an. In den drei Variablen am Anfang tragen Sie den Namen Ihres Bildschirms und die beiden Modi ein. Das Beispiel gilt für ein Display mit 2560 × 1600 Pixeln und 240 Hz, das im Akkubetrieb auf 60 Hz wechselt:
#!/bin/bash
# Bildwiederholrate je nach Stromquelle umschalten
ANZEIGE="eDP-1"
NETZ="2560x1600@240"
AKKU="2560x1600@60"
case "$1" in
netz) kscreen-doctor output.$ANZEIGE.mode.$NETZ ;;
akku) kscreen-doctor output.$ANZEIGE.mode.$AKKU ;;
*) echo "Aufruf: $0 netz|akku"; exit 1 ;;
esac
Anschließend machen Sie das Skript ausführbar und testen es einmal mit beiden Parametern. Der Bildschirm sollte dabei kurz flackern und die Bildwiederholrate wechseln:
chmod +x ~/.local/bin/bildwiederholrate.sh
~/.local/bin/bildwiederholrate.sh akku
~/.local/bin/bildwiederholrate.sh netz
In der Energieverwaltung einbinden
Öffnen Sie Systemeinstellungen » System » Energieverwaltung und wechseln Sie oben auf Im Akkubetrieb . Klicken Sie unter Andere Einstellungen neben Befehl oder Skript ausführen auf Ausführungsbedingungen auswählen und wählen Sie Beim Betreten des Zustands „Im Akkubetrieb“ . In das neue Feld tragen Sie den vollständigen Pfad samt Parameter ein, etwa /home/benutzer/.local/bin/bildwiederholrate.sh akku . Auf der Seite Am Netzkabel wiederholen Sie das mit dem Parameter netz . Ein Klick auf Anwenden speichert die Einstellungen.
Unter Andere Einstellungen startet die Energieverwaltung von KDE Plasma ein Skript, sobald das Notebook ans Netzkabel oder in den Akkubetrieb wechselt.
Ab sofort schaltet Plasma beim Ziehen des Netzsteckers auf den Akku-Modus um und beim Einstecken zurück. Sinkt der Ladestand so weit, dass Plasma auf Im Akkubetrieb bei niedrigem Ladestand wechselt, bleibt die niedrige Bildwiederholrate erhalten. Wie viel Laufzeit Sie gewinnen, hängt vom Gerät ab: Bei Displays mit 165 oder 240 Hz fällt die Ersparnis deutlich größer aus als bei einem Modell mit 90 Hz. Externe Monitore lässt das Skript unverändert.
Sicherheits-Updates Ubuntu
Die hier aufgeführten Sicherheits-Updates von Ubuntu fließen in der Regel direkt in TUXEDO OS ein. Ausgewählte Updates stehen seitens Ubuntu nur gegen Bezahlung zur Verfügung und damit der Community erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hierauf haben wir leider keinen Einfluss:
USN-8958–1: Schwachstellen dotnet8, dotnet10, dotnet11 : Es wurde festgestellt, dass der .NET Blazor WebAssembly-Debug-Proxy bestimmte Werte nicht ordnungsgemäß maskiert hat. Ein Angreifer könnte dieses…
IDs: CVE-2026–102870, CVE-2026–111497, CVE-2026–114148
Betrifft: Ubuntu 24.04, Ubuntu 22.04, Ubuntu 26.10, Ubuntu 26.04
USN-8956–1: Brotli-Schwachstelle : Es wurde festgestellt, dass Brotli bestimmte komprimierte Streams falsch verarbeitete. Ein Remote-Angreifer könnte dieses Problem möglicherweise…
IDs: CVE-2026–111497
Betrifft: Ubuntu 24.04, Ubuntu 22.04, Ubuntu 26.10, Ubuntu 26.04
USN-8955–1: Nginx-Schwachstellen : Es wurde festgestellt, dass Nginx bestimmte Konfigurationen mithilfe der Alias-Direktive zusammen mit Rewrite-Regeln falsch verarbeitete. Ein…
IDs: CVE-2026–15176, CVE-2026–93479, CVE-2026–95101, CVE-2026–97205 und 1 weitere
Betrifft: Ubuntu 24.04, Ubuntu 22.04, Ubuntu 26.10, Ubuntu 26.04